Buon appetito zum Ferragosto

Buon giorno e buona vacanza. In Bella Italia geht es gerade los. Wer den italienischen Kalender kennt, weiß von der herausragenden Bedeutung des 15. August. Auf den Tag fällt nämlich der Ferragosto, Festtag des Augustus, des ersten Kaisers Roms. An diesem Tage anno dazumal im Jahre 29 v. Christus feierte er seine Doppelsiege über Marcus Antonius und Kleopatra bei Actium und Alexandria. Im Laufe der Jahrhunderte, und zwar gleichsam im Kreuzzuge der Christianisierung, wurde dieser Tag auch als das Datum des katholischen Festes Mariä Himmelfahrt festgelegt. Parallellaufend entwickelte sich Ferragosto auch touristisch betrachtet zum Höhepunkt des Sommers. Um Ferragosto herum lassen die Italienier*innen alles stehen und liegen und machen Ferien. Zum Ferragosto gibt es für gewöhnlich gleichsam außergewöhnliche Feuerwerksspektakel. Und in diesem Jahre, nachdem Covid 19 in Bella Italia die berühmt-berüchtigte Schneise tödlicher Verwüstung hinterlassen hat, will man es so richtig krachen lassen, wenn auch corona-gerecht. Für viele bedeutet es: Andiamo al mare!“ Sie lassen sich am Strande brutzeln, aber sie grillen auch. Denn Ferragosto ist auch ein kulinarisches Event, das leidenschaftlich gefeiert wird, aber leider auch ziemlich fleisch- und fischlastig.

Allerdings gibt es italienische Sommergerichte, die für uns Veganer*innen geeignet absolut geeignet sind. Eines meiner Lieblingshauptrezepte ist der Risotto vegan mit Rucola, Pilzen gebratenem Tofustreifen und geraspelter Zucchini. Mediterran, leicht, herzhaft.

Zutaten für drei bis vier Personen

2 Schalotten (Edelzwiebeln)

2 Knoblauchzehen

4 Esslöffel Olivenöl

5 Esslöffel vegane Butter (glutenfrei)

250 g Rundkornreis

750 ml Wasser

2 Thymian-Zweige

1 Suppenwürfel

1 Zucchini

5 Tomaten

20 cm Lauch

125 g Rucola

1 Prise Salz

1 Prise Weißpfeffer

Die Schalotten und die Zucchini schnipseln, die beiden Knoblauchzehen in kleine Würfel hacken und den Tofu in fingergroße Streifen schneiden. Diese daraufhin in die Pfanne geben und mit dem Olivenöl erhitzen. Den Rundkornreis parallellaufend aufkochen. Wenn der Reis einigermaßen glasig aussieht, das Wasser beimischen. Diesen dementsprechend mit Salz, weißem Pfeffer und dem Suppenwürfel würzen und für rund zwanzig Minuten noch auf der heißen Herdplatte köcheln lassen. Aber stets umrühren!

Unterdessen können der Lauch und die Tomaten in kleine Stücke geschnitten werden. Man lässt sie dann ein wenig köcheln. Nach Ablauf einer Viertelstunde können die Tomatenstücke mitsamt Rucola und Veganbutter in der Pfanne mit den Tofu-Streifen. Den Reis kann man dann beimengen und umrühren, bis alles gut verteilt ist.

Buon appetito.

PS: Eine ganze Kolumne ohne A. Hildmann oder B. Mussolini zu erwähnen.


Dr. Michaela Dudley (Jg. 1961), eine Berliner trans* Frau mit afroamerikanischen Wurzeln, ist Kolumnistin, Kabarettistin und Keynote-Rednerin. Die gelernte Juristin setzt sich für die Würdigung der Vielfalt ein, und zwar bevorzugt auf journalistischer Ebene sowie im Rahmen der Kleinkunst. Sie schreibt für die TAZ, den Tagesspiegel, das LGBTQ-Magazin Siegessäule sowie Missy, Rosa Mag und dazu online beim GrünerSinn-Verlag. In ihrer Eigenschaft als Expertin für Vielfalt „Diva in Diversity“ (https://www.diva-in-diversity.com) berät sie u.a. die Deutsche Bahn, den Mitteldeutscher Rundfunk und die Führungsakademie der Bundesagentur für Arbeit. Beim 15. Parlamentarischen Regenbogen-Abend der Bundestagsfraktion Bündnis 90 Die Grünen trat sie als Talkgästin auf. In diversen Fernsendungen wie Kulturzeit (3Sat/ZDF) und Brisant (ARD) kommentiert sie brandaktuelle Themen. Ihr sozialsatirisches, musikalisch untermalte Kabarettprogramm heißt „Eine eingefleischt vegane Domina zieht vom Leder“ (https://www.michaela-dudley.de). Sie lebt wahrhaftig vegan.

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